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Arno Fischer (Jahrgang 1927, Fotograf aus Ostberlin, Mann von Sybille Bergemann), ist mit seinen Bildern aus dem Berlin der 1950er Jahre bekannt geworden und hat zurzeit eine Retrospektive im Haus der Kunst in Bonn. Neben seiner Tätigkeit als Fotograf hat er mehrere Fotografengenerationen als Lehrer geprägt. Auch Annette Hauschild war in seiner Klasse an der FAS und ist immer wieder begeistert von den Geschichten, die er zu erzählen weiß. Hier ein kurzer Auszug aus einem längeren Telefongespräch. Die Fortzetzung wird in kürze folgen.
Annette Hauschild: Lieber Arno, über eure Wohnung am Schiffbauerdamm erzählt man, dass es dort legendäre Treffen mit Fotografen aus aller Welt gegeben hat. Wie kam es dazu?

© Sibylle Bergemann/OSTKREUZ
Arno Fischer: Es fing schon an in der Hannoverschen Straße, da wohnten wir bis Anfang der 70er in einer 1,5-Zimmerwohnung direkt gegenüber der Ständigen Vertretung der BRD. Die Leute, die sich damals ständig bei uns trafen waren u.a. die Mahlers, Roger Melis, Michael Weidt und Brigitte Voigt, einfach gleichgesinnte Fotografen. Um an Fotowettbewerben, die international im sozialistischen Ausland ausgeschrieben wurden, teilnehmen zu können, mussten wir eine Gruppe bilden, ein Fotoclub sein. Wir nannten uns „direkt", weil Jutta Voigt meinte, „eure Fotos sind doch so direkt“. Wir gewannen dann auch als Gruppe mehrfach Wettbewerbe.
Später dann, in der viel größeren Wohnung am Schiffbauerdamm, lud ich auch oft meine Studenten aus Leipzig ein. Ich habe anfangs das Fernstudium betreut, das waren Leute, die schon mit Fotografie ihr Geld verdienten, die waren froh nicht nach Leipzig kommen zu müssen. Ich hatte übrigens den einzigen Lehrstuhl, der so heißt: Professor mit künstlerischer Lehrtätigkeit für Fotografie.
Und dann gab es das Centre Culturel Francais in der Friedrichstraße Ecke Unter den Linden. Das leitete Dominique Pallairse, der war ein ausgesprochener Fotofreak und zeigte dort häufig Fotografie. Da sind immer alle hingegangen, er lud Leute ein wie Henri Cartier-Bresson, Joseph Koudelka und andere Magnum-Fotografen.
Seine Gäste wollten DDR-Fotografen kennen lernen und so kamen sie immer zu uns und alle unsere Freunde waren auch da.
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