• Manila

    Manila

    Manila, die Hauptstadt der Philippinen, hat geschätzte 20 Millionen Einwohner. Ein Großteil der Menschen dieser Stadt ist, aufgrund der nicht vorhandenen Landreform, vom Land in die Stadt migriert. Ihr Leben hier in Manila ist ärmlich, aber verglichen mit dem Leben in der Provinz meistens besser. Die Menschen siedeln hier in allen erdenklichen Ecken, die die Stadt für mögliche Besetzungen (daher die Bezeichnung "Squatter Area") "bereitstellt": Hafenanlagen, Flussläufe, Brücken, eigentlich überall.

    Manila

    Die gesellschaftlichen Schichten hier sind extrem weit voneinander entfernt, obwohl sie räumlich so nah beieinander sind. Jemand, der ökonomisch besser gestellt ist, würde niemals einen Fuß in einen "Squatter" setzen- warum auch. Insofern liegen die Schwierigkeiten, dieses Thema hier zu fotografieren, auf der Hand. Ich erscheine den Leuten wie ein extrem unbekanntes Wesen, dessen Bewegungen ständig observiert werden müssen- man könnte ja was verpassen.

    Manila

    Meine Strategie besteht darin, mich auf einen kleinen Kreis von Leuten zu konzentrieren. Ich fotografiere immer wieder in einer Straße in Queson City. Nach zwei, drei Wochen haben die Menschen sich an mich gewöhnt und es setzt so was wie Langeweile ein. "Ach, der schon wieder, mit seiner Kamera..." Somit kann ich zunehmend freier arbeiten.

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    Ich habe mir ein zweites Gebiet angesehen, es heißt Tondo und liegt in Hafennähe. Es ist ungleich ärmer als das Gebiet, in dem ich meistens fotografiere. Die Angst, hier mindestens ausgeraubt, wenn nicht gleich aufgeschlitzt zu werden, ist größer als in Queson City - für einen Slumbewohner bin ich eine Kuh, die gemolken werden will.... Ach ja, das Essen ist mäßig. Der Verkehr unerträglich. Das Wetter krass. Die Menschen super!

    Aus Manila: Espen Eichhöfer

    All images © Espen Eichhöfer/OSTKREUZ