• Personenkontrolle

    Passend zum heutigen 20jährigen Jubiläum der Stürmung und Besetzung der Berliner Stasi-Zentrale folgt heute wieder ein Interview zu Harald Hauswalds Konflikten mit der Staatssicherheit der DDR.

    Christoph Wilde: Hallo Harald. Aufgrund unseres letzten Gesprächs habe ich folgendes Bild aus der Datenbank gesucht. Von diesem Bild weiß ich, dass es im "Ost-Berlin"-Bildband erschienen ist.

    Personenkontrolle

    © Harald Hauswald/OSTKREUZ

    Auf dem Bild ist ein Polizist bei einer Personenkontrolle zu sehen. Konntest Du das Bild offen fotografieren oder musstest Du dies versteckt machen, sodass der Beamte es nicht bemerkte?


    Harald Hauswald: Natürlich ging das nicht offen, ich habe das Prisma von meiner Pentagon-Six abgenommen, die Kamera unter den Arm geklemmt und nach hinten fotografiert.

    CW: Die Staatssicherheit der DDR hat Dich kontrolliert. So gibt es über das Buch "Ost-Berlin" ein eigenes Gutachten mit absurden Kommentaren. Gab es irgendwelche Konsequenzen, als das Buch in West-Deutschland erschienen ist?


    HH: Ich hatte Druckverbot in der DDR.

    CW: Nicht nur über das "Ost-Berlin"-Buch gibt es Stasi-Akten. Als Du die Einsicht angefordert hast und die Akten zum ersten Mal durchgelesen hast, gab es da enttäuschende oder böse Überraschungen?

    HH: Es war schon etwas heftig zu lesen, dass etwa 40 Leute Berichte über mich abgeliefert haben und einige ganz fleißig dabei waren. Die Berichte waren teilweise so genau, dass es für einige Jahre Knast gereicht hätte, nur die Bekanntschaft mit Westjournalisten und die damit verbundene Westöffentlichkeit hat mich davor bewahrt.

    CW: Danke Harald.