Sibylle Bergemann · Ausstellungsbeteiligung in Zürich

© Sibylle Bergemann

"Das Denkmal" von Sibylle Bergemann ist Teil einer großen Ausstellung des New Yorker Museums of Modern Art. Die große Überblicksschau "FotoSkulptur. Die Fotografie der Skulptur 1839 bis heute" wird nun in Zürich präsentiert.

"FotoSkulptur. Die Fotografie der Skulptur 1839 bis heute"
Ausstellung: 25.02.2011 - 15.05.2011
Kunsthaus Zürich, Winkelwiese 4, 8001 Zürich
www.kunsthaus.ch

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"Die Stadt" · Finissage in München und weitere Stationen

© Dawin/Meckel/OSTKREUZ

Die große Ausstellung "Die Stadt. Vom Werden und Vergehen" verlässt München, wandert in das Lindenau-Museum nach Altenburg und geht danach mit dem Goethe-Institut auf Welttournee. Finissage, München, 23.01.2011
Führungen mit Jörg Brüggemann: 12.30 Uhr, 15.00 Uhr und 18.00 Uhr Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern, Maximilianstraße 53, 80538 München
www.vkb.de

Eröffnung, Altenburg: 13.03.2011
Ausstellung: 13.03.2011 - Ende April Lindenau-Museum in Altenburg, Gabelentzstr. 5, D-04600 Altenburg
www.lindenau-museum.de

Zur Ausstellung ist eine Gesamtedition (Box mit einem Buch und 18 signierten Originalfotografien) und eine Einzeledition (18 signierte Originalfotografien) erschienen: www.ostkreuz-galerie.de

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Julian Röder · Ausstellung in Rotterdam

©Julian Röder/OSTKREUZ

In einer Gemeinschaftsausstellung mit unter anderem Rineke Dijkstra, Allan Sekula und Joel Sternfeld ist Julian Röder vertreten. Er stellt Auszüge aus seinen Arbeiten "Love and Destruction" und "The Summits" aus.

In der Ausstellung "ANGRY" werden Protest, Widerstand und radikale Aktionen in unserer Gesellschaft unter drei verschiedenen Aspekten dargestellt: von der Jugend selbst, von den Medien und durch die Interpretation von Künstlern und Fotografen.

Eröffnung: 22.01.2011, 15.00 Uhr
Ausstellung: 22.01.2011 - 13.06.2011

Nederlands Fotomuseum
Wilhelminakade 332, 3072 AR Rotterdam, The Netherlands

www.nederlandsfotomuseum.nl
www.a-n-g-r-y.nl

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Sibylle Bergemann · Ausstellung in Hamburg

Sibylle Bergemann/OSTKREUZ

Das Hamburger Deichtorhallen zeigen eine Hommage an Sibylle Bergemann mit den Werken der Sammlung F.C. Gundlach. Die Ausstellung wird parallel zur "gute aussichten - junge deutsche fotografie 2010/2011" eröffnet.

Eröffnung: 20.01.2011, 19.00 Uhr
"Hommage an Sibylle Bergemann (1941 – 2010)"
Ausstellung: 21.01.2011 bis 27.02.2011

Das Metropolis Kino Hamburg zeigt am Sonntag, 06.02.2011 um 17.00 Uhr den Film „Mein Leben – Die Fotografin Sibylle Bergemann“ von Sabine Michel.

Deichtorhallen Hamburg - Haus der Photographie
Aktuelle Kunst, Deichtorstraße 1 - 2, 20095 Hamburg
www.deichtorhallen.de

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Sibylle Fendt · Ausstellung in Riga/Lettland

© Sibylle Fendt/OSTKREUZ

In der Gruppenausstellung "Body" zeigt Sibylle Fendt Auszüge aus Ihrer Arbeit "Facing Breast Cancer". Die Ausstellung behandelt die Interpretation des Körpers aus zwei unterschiedenen Perspektiven: aus der Sicht des Künstlers sowie aus der Sicht der Person, die fotografiert wird. Der Körper ist in erster Linie Teil der Realität jedes menschlichen Wesens. Somit ist die Definierung des Körpers für einen selbst und für andere essentiell wichtig. Kuratorin Agnese Sofia Kusmane wählte für die Ausstellung Künstler, welche den menschlichen Körper aus zwei gegensätzlichen Richtungen betrachten: Sie beschreiben den Körper als Produkt von und für die Gesellschaft oder sie zeigen den Körper als Rückzugsort, wo spirituelle Bewegungen möglich werden. "Body"
Fotografien von Andrea Engelke, Andrea Diefenbach, Sibylle Fendt, Peter Granser, Frank Höhle und Ivonne Thein.
Ausstellung: 10.12.2010 – 30.01.2011 Lettisches Museum für Fotografie
Marstalu iela 8 (Eingang Alksnaja iela), Riga / Lettland
www.fotomuzejs.lv

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Harald Hauswald · Ausstellung in Berlin

© Harald Hauswald

Für den Geschäftsbericht 2010 der Diakonie hat Harald Hauswald zum Thema "Armut" fotografiert. Anlässlich der Publikation werden die Bilder nun in einer Ausstellung gezeigt. "Es soll kein Armer unter euch sein!"

Fotografien von Harald Hauswald Eröffnung: Montag, 13.12.2010, 15.00 Uhr

Ausstellung: Dezember 2010 - April 2011 Diakonisches Werk der EKD e.V.

Reichensteiner Weg 24, 14195 Berlin

www.diakonie.de

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RADFAHRER · DVD-Premiere in Berlin

Anlässlich der DVD-Veröffentlichung der Bundeszentrale für politische Bildung zeigen die Tilsiter Lichtspiele am 08.12.2010 den Film RADFAHRER. Um 20.00 Uhr und um 21.00 Uhr werden der Kurzfilm und das für die DVD produzierte Interview mit dem Fotografen Harald Hauswald gezeigt.
www.marcthuemmler.de Premiere
Mittwoch, 08.12.2010, ab 19.00 Uhr
Vorführungen um 20.00 Uhr und um 21.00 Uhr:
RADFAHRER (27 Minuten) + Gespräch mit Harald Hauswald (29 Minuten) Tilsiter Lichtspiele
Richard-Sorge-Str. 25a, 10249 Berlin
www.tilsiter-lichtspiele.de

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Ausstellungen - Sibylle Bergemann - Retrospektive in Seoul

Sibylle Bergemann lebt nicht nur in unserer Erinnerung weiter, sondern auch in ihren Bildern.


Bis zum 28. November ist ihre Retrospektive, die schon über ein Jahr auf Tournee ist, im Kunstmuseum in Seoul zu sehen. Unser Fotograf Julian Röder hat die Ausstellung während seines kürzlichen Aufenthalts in Südkorea besucht. Anlässlich des G20-Gipfels in Seoul hat er sein Projekt 'The Summits' fortgeführt, im Rahmen dessen er seit 2001 Proteste fotografiert, die an den Rändern der Sicherheitszonen von Staatsgipfeln stattfinden. Eine Auswahl seiner in Seoul entstandenen Bilder sowie einen Reisebericht hat die Wochenzeitung 'Der Freitag' in ihrer aktuellen Ausgabe veröffentlicht.

"Ich habe in Seoul die Gelegenheit genutzt, mir die Ausstellung von Sibylle noch einmal anzuschauen. Dabei habe ich mich an die Eröffnung dieser Retrospektive in der Akademie der Künste zurückerinnert. Das ist nun schon vier Jahre her und seitdem ist viel passiert, aber irgendwie erinnere ich mich noch sehr gut, wie wir abends im Treppenhaus der Akademie alle an einer Tafel zusammen saßen. Damals hat noch niemand von uns daran gedacht, dass die Ausstellung eines Tages als ihr fotografisches Erbe ohne sie in der Welt unterwegs sein würde. Aber in der Ausstellung in Seoul ist mir klar geworden, wie präsent SIbylle nun für immer durch ihre Bilder bleiben wird."


Nächste Station der Retropspektive ist ab dem 22. Januar 2011 das Prefectural Museum of Fine Arts in Tochigi, Japan; anschließend gastiert sie in Nanjing, Manila, Hanoi, Singapur, Kuala Lumpur, Sydney, Wellington/Neuseeland, Jakarta/Indonesien und Bangkok. Organisiert wird die Tournee vom Institut für Auslandsbeziehungen.

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Heinrich Völkel · VG Bild Kunst Stipendium

© Heinrich Völkel/OSTKREUZ

Laut den Vereinten Nationen war Grozny die am stärksten zerstörte Stadt der Welt. Inzwischen ist ein Teil wieder aufgebaut, aber die Stadt ist noch weit davon entfernt, normal zu funktionieren. Mit einer Förderung der VG Bild-Kunst dokumentiert Heinrich Völkel gerade die Architektur des Wiederaufbaus und die Wunden, die der Krieg in der Stadt und bei den Menschen zurückgelassen hat.

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Julian Röder in Seoul

© Julian Röder/OSTKREUZ

Vom 04. - 14. November 2010 wird Julian Röder sich in Seoul aufhalten um dort beim G20 Gipfel sein Langzeit-dokumentationsprojekt "The Summits" fortzuführen.

Im Rahmen dieses Projektes fotografiert er seit 2001 Proteste, die an den Rändern der Sicherheitszonen von Staatsgipfeln stattfinden. www.julianroeder.com

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Sibylle Fendt · Ausstellung in Utrecht

© Sibylle Fendt

In der Gemeinschaftsausstellung "Art & Connection" zeigt Sibylle Fendt ihre Arbeit "No Sleep Before I Die". Die Bilder sollen dazu anregen, verschiedene Formen von Verbindungen, die uns umgeben, zu reflektieren. Die Ausstellung ist Teil einer laufenden Kampagne mit dem Ziel Menschen zu ermutigen, in Verbindung zu treten. "Art & Connection"
Maziar Moradi, Melanie Vogel, Sibylle Fendt und Olivia Bee
Eröffnung: 17.11.2010, 17.00 Uhr
Die Ausstellung wird Anfang 2011 nach Madrid reisen. House of Connection
Parkstraat 2, Utrecht, Niederlande www.sibyllefendt.de

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Jörg Brüggemann in Brasilien für "Metalheadz"

© Jörg Brüggemann

Für sein von der VG Bild-Kunst gefördetes Projekt "Metalheadz" über die weltweite Heavy-Metal-Kultur ist Jörg Brüggemann zur Zeit in Sao Paulo. Nach Deutschland und Indonesien dokumentiert er nun die Metal-Szene in Brasilien. www.joergbrueggemann.com

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Linn Schröder · Ausstellung in Berlin

© Linn Schröder

In der Gemeinschaftsausstellung "STRAIGHT FLUSH" zeigt Linn Schröder Ihre neue Arbeit "Meine kleine Schwester". »Sie ist meine Schwester und trägt ein Messer. Sie sagt, in der Schule sei so was besser«. Diese Liedzeile, des wohl einzigen Hits der Gruppe Spektacoolär, geht mir durch den Kopf, wenn ich meine Schwester fotografiere. (Linn Schroeder)
Wegen einer Essstörung und Depressionen befand sich die jüngere Schwester der Fotografin über längere Zeit in einer Rehabilitationsklinik. Bei den wöchentlichen Besuchen entstand jedes Mal ein Foto. Die Bilder wurden für die Schwester zu einer Art Spiegel, in dem sie schockiert feststellte, wie traurig sie aussieht. Auch nach der Zeit in der Rehabilitation, führten die Geschwister die Portraitserie fort. Sie zeigen nicht nur das Portrait des Einzelnen sondern auch ihre Beziehung zueinander. "STRAIGHT FLUSH"
Alexander Rischer, Linn Schröder und Henning Rogge
Eröffnung: 30.10.2010, 19.00 Uhr
Ausstellung: 31.10.2010 - 02.11.2010 THE FORGOTTEN BAR / GALERIE IM REGIERUNGSVIERTEL
Boppstrasse 5, 10967 Berlin

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Ausstellung – Frank Schinski - "Männerbilder"

© Nicole Welgen

Am vergangenen Freitag wurde in der Galerie Forum Amalienpark in Berlin-Pankow die Ausstellung 'Männerbilder' eröffnet, bei der auch Fotografien von Frank Schinski zu sehen sind.

Die Bilder sind Teil der Serie "Vom Aufhören", die Menschen in den unterschiedlichsten Berufen an ihrem letzten Arbeitstag zeigt: Vom Berufssoldat, der nach dreißig Jahren seine Stube räumt, über den Postboten, der zur letzten Runde aufbricht, bis zum Bankangestellten, auf den noch einmal das Glas erhoben wird.

Im Frühjahr 2010, rund fünf Jahre nach deren Eintritt in den Ruhestand, hat Frank Schinski einige der Porträtierten im Auftrag des Magazins Chrismon noch einmal besucht.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 13. November 2010 (Dienstag - Freitag: 14-19 Uhr; Samstag: 11-16 Uhr).

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Julian Röder · Photography Award / Lucie Foundation

© Julian Röder/OSTKREUZ

Beim Photography Award der Lucie Foundation konnte Julian Röder mit seiner Arbeit "Lagos Transformation" in gleich zwei Kategorien überzeugen! Er erhielt jeweils den ersten Preis in den Kategorien "Architecture, Cityscapes" und "Editorial, Other". www.photoawards.com
www.julianroeder.com

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Sibylle Bergemann Photographien · Stationen der Tournee

© Sibylle Bergemann

Die große Sibylle Bergemann Retrospektive ist schon über ein Jahr auf Tournee! Die nächsten beiden Stationen sind: Seoul, Südkorea
Museum of Art - Seoul National University
www.snumoa.org
Ausstellungsdauer: 05.10.2010 - 28.11.2010 Tochigi, Japan
Tochigi Prefectural Museum of Fine Arts
www.art.pref.tochigi.jp
Ausstellungsdauer: 22.01.2011 - 21.03.2011 Weitere Stationen sind: Nanjing, Manila, Hanoi, Singapur, Kuala Lumpur, Sydney, Wellington/Neuseeland, Jakarta, Indonesien und Bangkok. Die Tournee wird vom Institut für Auslandsbeziehungen e. V. organisiert.
www.ifa.de

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Hijacked 2· Interview mit Mark McPherson

© Christoph Wilde

In nächsten zwei Tagen werden Julian Röder und Jörg Brüggemann mit jeweils einem Foto auf Andy Adams' FlakPhoto.com vorgestellt. FlakPhoto.com ist eine zeitgenössische Webseite für Fotografie, die die unterschiedlichesten Arbeiten von internationalen Fotografen präsentiert. Andy Adams hat sich mit Mark McPherson von Big City Press zusammengetan, um in den nächsten Wochen 20 Fotografen vorzustellen, die Teil der zweiten Ausgabe der Hijacked-Buchreihe sind. “Hijacked 2 – Australian and German Photography” ist letzten Monat im Kehrer Verlag erschienen. Das Buch enthält 18 zeitgenössiche fotografische Positionen aus Australien und 18 aus Deutschland, unter anderem auch die Arbeiten “The Summits” von Julian Röder und “Same Same But Different” von Jörg Brüggemann. Jörg Brüggemann hat ein Interview mit Mark McPherson, dem Herausgeber des Buches, über seine Motivation hinter dem Hijacked-Projekt und die Unterschiede zwischen der deutschen und der australischen Fotoszene geführt.


Jörg Brüggemann: Hi Mark, du hast letzten Monat das Buch "Hijacked Volume 2 - Australia/Germany" zusammen mit Ute Noll und Markus Schaden herausgegeben. Erzähle mir bitte etwas über deinen persönlichen Zugang und die Grundidee hinter den "Hijacked"-Büchern.


Mark McPherson: Bei den Hijacked-Büchern geht es darum, Kultur zurück in die Hände des Einzelnen zu legen, als Ablehnung von Kontrolle und kontrollgesteuerten Institutionen, Regierungen, Unternehmen und Ähnlichem. Ein Ziel des Projektes ist es, vielversprechende aber unterrepräsentierte Talente und etablierte Künstler auf einer gleichgestellten und demokratischen Ebene auszustellen, in vergleichender Anordung.

Ich war Fotografie-Student an der Edith Cowen Universität in Westaustralien. Max Pam war mein Dozent, später auch mein Co-Herausgeber von "Hijacked Volume 1 - Australia und America". Zeitgleich wurde Max Pam mit dem Hauptpreis für Fotobücher auf der Photo Espana 2010 ausgezeichnet. Ich hab außerdem auch in den Niederlanden und in Schottland studiert. Im Moment fotografiere ich nicht viel, stattdessen veröffentliche, kuratiere und organisiere ich Fotografie-Projekte und Ausstellungen. Die Recherchen sind zeit- und kostenintensiv. Zur Zeit möchte ich mehr Zeit in meine eigene kunstfotografische Arbeit investieren und alles ein wenig vereinfachen. Vielleicht gibt es zuviele Fotografen und nicht genug Bücher, oder zuviele Bücher und nicht genug Fotografen. Ich bin dabei, meinen Weg in der Fotografie zu finden, meine Karriere entwickelt sich noch und ist auf jeden Fall im Aufbau.

Hijacked startete im Juli 2005 als ein in Eigenregie herausgegebenes Magazin. Ein unabhängiges, limitiertes und schlichtes Heft für Fotografie, Medien, Illustrationen, Interviews, Grafiken, Strassenkunst und New Media. Ich hatte bereits 10 Ausgaben dieser schwarzweissen “Do it yourself”- Hefte veröffentlicht. Dann aber entschied ich mich, Ästhetik und Richtung zu ändern und zurück zur einfachen fotografischen Darstellung zu gehen. Also zog es mich mehr hin zur hochwertigen Produktion eines klassischen Coffee Table Books. Es ist witzig, da es jetzt soviele unabhängige Magazine, Bücher und Projekte gibt, und sie alle sind wirklich inspirierend. Zum Beispiel PIY (publish it yourself), “Self Publish Be Happy”, Lay Flay, und der unabhänger Verleger aus der Schweiz Neives.

Im Hijacked-Konzept ging es darum, kulturelle Elemente zurückzulegen in die Hände von Einzelnen. Die Kontrolle soll nicht mehr ausschließlich bei mächtigen Unternehmen und Institutionen, kommerziellen Körperschaften und Regierungen liegen. Zentrale Vorraussetzung ist der kulturelle Austausch, gemeinschaftliches Streben und eine Form von Umdeutung künstlerischer Arbeiten.
Dabei handelt es sich um einen demokratischen und egalitären Prozess, abgeleitet von künstlerischer Freiheit des Ausdrucks und künstlerischer Schöpfung. Die Hijacked-Bücher handeln von Umdeutung und Nebeneinanderstellung fotografischer Bilder um neue Meinungen, Emotionen und Inhalte zu erzeugen.

JB: Warum hast du Deutschland für den zweiten Band von "Hijacked" ausgewählt und was hast du entdeckt bei deinen Recherchen über deutsche Fotografen? Von deinem Standpunkt aus, gibt es so etwas wie eine "Junge Deutsche Schule der Fotografie"?

MM: Das ist einfach zu beantworten: Deutschland war das offenste, empfänglichste und zugänglichste Land. Es war die offensichtlichste Möglichkeit. Zusätzlich habe ich in Deutschland ein gutes Netzwerk zu Freunden, Unternehmen und andere Kontakte. Die junge fotografische Szene in Deutschland, wie ich sie kennengelernt habe, schätze ich als sehr ambitioniert, aktiv und offen ein. Ich wurde immer gut betreut auf meinen Deutschland-Reisen seit den ersten Besuchen im Jahre 1999.

Außerdem verfügt Deutschland über eine starke, gut dokumentierte Fotografiegeschichte und hat gegenwärtig eine zeitgenössische Szene samt Publikum. In Australien gibt es beides nur in limitierter Form und mit eingeschränkten Kapazitäten. Deutschland ist auch ein Teil von mir und eine Art Erbe: Meine Großmutter und meine Mutter wurden beide in Hamburg geboren und ich lebte in Freiburg, später in Berlin. Die Beziehung zwischen den Ländern ist für mich also sehr persönlich und ein natürlicher Bestand meines Lebens. Ich habe in Deutschland mehrere Jahre gearbeitet und daher ein gutes Netzwerk und eine Basis. Dann hatte ich auch noch ein kleines Publikum für den ersten Band von Hijacked über Australien und Amerika.

Die augenscheinlichste Entdeckung im Zusammenhang mit dem Projekt war, dass die Mehrheit der deutschen Fotografenen an großen Projekten arbeitet, an speziellen Themen in Serie, außerhalb ihrer eigenen Grenzen, jenseits deutscher Grenzen. Sekundär beschäftigt sich die Mehrheit der Fotografen mit der Präsentation von Realität, innerhalb der Ästhetik des Realem, etwas, das wichtiger ist als das konzeptionelle “Gelaber”.

Ich bin mir sicher, dass so etwas wie eine "Junge Deutsche Schule der Fotografie" existiert, aber ich möchte nicht Derjenige sein, der verkündet, was genau diese "Junge Deutsche Schule" ausmacht.
Vergleichende Charakteristika zu einem vielfältigen, ausdrucksstarken und fortschreitenden Fotografie-Bestand ist kontraproduktiv und ein Versäumnis gegenüber allldem, was ein Künstler tatsächlich versucht zu sagen durch aufwendige, einzigartige und spezielle Mittel.
Ja, es gibt eine "Junge Deutsche Schule der Fotografie", und diese wird es immer geben. Sie steht für eine starke Basis deutscher Fotografieschulen und einem Reichtum an Fotogeschichte. Ich bin mehr interessiert an der neuen, nachfolgenden Generation, die Unterrepräsentierten. Die Düsseldorfer Schule und die Andreas Gurskys sind notwendig und wichtig, so wie Madonna wichtig für Popmusik ist, aber es gibt eben eine Menge anderer Stimmen, Sichtweisen, Konzepte und Ästhetiken. Daran bin ich interessiert. Eher als an einer dominanten Stimme. Es ist fantastisch, dass Deutschland einen echten fotografischen Schwerpunkt zeigt, außerhalb von Düsseldorf. Ich meine Schulen wie Bremen, Bielefeld, Essen, Leipzig und die Ostkreuzschule in Berlin. Außerdem gibt es gute Veranstaltungen und Festivals wie F-Stop Leipzig, Darmstädter Tage für Fotografie, Fotobuchfestival Kassel, Photokina in Köln, und die Liste lässt sich noch fortsetzen.

Australische Fotografie benötigt eine ständige Auseinandersetzung mit dem Rest der Welt, ansonsten wird sie schrumpfen und sterben und in der Dunkelheit verschwinden.

Meine Vorstellung einer "Jungen Deutschen Schule der Fotografie" ist natürlich öffentlich, ist hoch theorethisch und wurde gebildet außerhalb von institutionellen Strukturen und Philosophien.
Sie ist nicht quantifizierbar, und bietet ein viel größeres Spektrum als in der fotografischen Publikation Hijacked 2 geboten wird. Unser Buch bietet lediglich eine kleine Auswahl von dem, was die zeitgemäße deutsche Fotografie zu bieten hat. Es ist klar, dass es viele ernsthaft talentierte Fotokünstler gibt wie Andrea Diefenbach, Mattieus Steffen, Georg Parthen, Jörg Koopmann und viele andere, welche wir wegen des Umfangs und der Finanzierbarkeit nicht in das 412 Seiten starke Buch mit heinein nehmen konnten.



JB: Leider erfahren wir in Deutschland wenig über die fotografische Szene in Australien. Gibt es etwas, dass sie einzigartig und speziell macht?

MM: Die australische Fotografie ist eine Karikatur ihrer nationalen Identität. Sie ist natürlich, aufstrebend, neugierig, manchmal provinziell und beschaulich. Die australische Fotografie-Szene ist neu für mich, ich habe erst seit ungefähr fünf Jahren eine Verbindung zu dieser fotografischen Umgebung. Ich habe das Gefühl, diese Szene entwickelt und verbreitet sich noch, sie versucht gerade, sich mit den wichtigsten repräsentativen Anflaufstellen zu verbinden. Ich glaube nicht, dass wir das europäische Stigma haben, Kommerzielles, Fine Art und Dokumentarfotografie zusammenzubringen. Ich selbst habe versucht, die Grenzen und vorhandenen kategorischen Definitionen in der Fotografie aufzulösen, um neue Reize und Ideologien innerhalb der fotografischen Gemeinschaften zu erzeugen.

Es ist nicht wirklich viel zu erzählen, da die australische Fotoszene sehr fragmentiert ist, mit kleinen Gruppen und Einzelnen, welche alle unabhängig arbeiten. Vielleicht mit einer leichten Tendenz zur do-it-yourself Herangehensweise. Ihr solltet mit Anne Marsh von der Monash Universität darüber sprechen, oder Helen Ennis von der Australian National University, sie haben Diplome und Lehrstühle, ich habe das nicht und werde es auch nie haben.

Ich glaube nicht, der passende Ansprechpartner für solche Fragen zu sein, ich arbeite am Rand, am Anlegerplatz und ich bin nicht vertraut mit dem sich ständig ausweitenden Umfang der Fotografie. Praxisnahe Fotografen aus Australien sind vielleicht eine bessere Wahl um solche Fragen zu beantworten. Oder einer der Direktoren von den Universitäten, Museen, Kunstschulen und Ähnliches. Uta Deur hat einen sehr ausführlichen Essay für das Buch geschrieben, welches dieses Thema detailliert behandelt. Auch andere Schreiber im Buch beschäftigen sich damit. Den tiefliegendsten Aspekt in der jungen australischen Fotografie sehe ich in der atypischen Ästhetik, und seine nicht wirklich zuordenbare Identität. Es sind keine Nebenprodukte aus der europäischen oder amerikanischen Bildkultur, es bestehen stärkere Bindungen und Gemeinsamkeiten mit den asiatischen Nachbarn.

Australien ist eine Insel und daher geografisch vom Rest der Welt isoliert, deshalb ist unsere Fotoszene ganz natürlich abgeschottet. Die Szene agiert in fiktionaler Isolation. Deshalb ist die Szene auch sehr klein, und hat aktive Haufen quer im ganzen Land. Hijacked ist der Versuch, alle diese unterschiedlichen Standpunkte, Temperamente und Einstellungen gegenüber Fotografie zusammenzuführen. Gesehen als Ganzes würde ich sagen, einige Elemente oder subjektive Gemeinsamkeiten konzentrieren sich auf Stadtränder, konzeptionelle Zugänge und Aspekte des Reisejournalismus. Aber es ist wirklich schwierig.

JB: Du scheinst ein großartiger Netzwerker zu sein. Innerhalb kürzester Zeit hattest Du Kontakte zu vielen interessanten Leuten aus der deutschen Fotografieszene. Wie bist du auf Ute Noll und Markus Schaden gekommen und wie verlief die Kooperation?

MM: Die Zusammenarbeit war toll, spontan, erfüllend und eine Erfahrung, die ich auf jeden Fall sehr wertschätze. Ein großer Netzwerkerr bin ich nicht, ich mag einfach Menschen und freue mich an der Gesellschaft künstlerischer, kreativer Menschen, solche mit offenen Herzen und offenen Gedankenwelten.

Ich traf Ute Noll in Stuttgart 2008, als wir den ersten Band von Hijacked bei Fluctuating Images präsentierten. Nathalie Latham hatte vorgeschlagen, dass wir uns treffen sollten und so ging ich mit einem Freund, Jess Scully, in Ute Nolls Gallerie. Sie ist unabhängig, professionell und ambitioniert, daher war das erste Zusammentreffen sehr gut. Nach viel schwäbischer Küche und Kaffee genossen wir das herrliche Sommerwetter in Stuttgart. Mit ihr zu arbeiten war die natürlichste Wahl, ebenso wie der Vorschlag mit Markus Schaden zusammenzuarbeiten. Schon 2008, als ich mein erstes Buch bei Neunplus herausbrachte, sagten viele Leute, er wäre "der" Mann, falls ich jemals ein Buch mit deutschen Fotografen machen wollte. Rückblickend betrachtet hatten diese Leute Recht.

Ich traf Markus Schaden 2009 in Arles, davor hatten wir ein paar lange Ferngespräche über das Projekt. Ich musste mich entscheiden, entweder nach Arles zu reisen oder nach Berlin, um Blixa Bargeld zu treffen. Ich entschied mich dann für Markus Schaden. Nach Arles konnten wir 3 Tage lang in Köln zusammen mit Ute Noll am Editing arbeiten, in einer Gemeinschaftshalle unterhalb von Markus´ Appartement, was fantastisch war. Leider konnte Blixa Bargeld deshalb nichts für die Publikation schreiben. Das Editieren, die Auswahl und das Zusammenstellen des ersten Entwurfes von Hijacked 2 war eine viel größe Herausforderung und tatsächliche Arbeit als es bei Hijacked 1 mit Max Palm war.



JB: Was sind deine nächsten Pläne? Welches Land soll als nächstes "Hijacked" werden?

MM: Ich weiss nicht, ob noch viel nach Hijacked 2 kommen wird, da ich mich selbst ein bisschen wie Alice im Wunderland in einem Kaninchenbau voll Schulden und finanziellem Disaster eingegraben habe. Vielleicht war es das mit Publikationen. Ich werde nach etwas Stabilerem Ausschau halten, mit Aussicht auf finanzielle Rückflüsse.

Gegenwärtig reise ich viel für Hijacked 2 und arbeite für die National Australian Hijacked Tour, auch für Buchvorstellungen bzw. Markteinführungen in Australien, Europa und den USA, und die Teilnahme an internationalen fotografischen Bewertungen. Ich bin also geschäftig, finanziell überlebe ich aber nur knapp. Ich denke, es wird Zeit, einen richtigen Job zu haben.

Außerdem möchte ich auch etwas mehr Zeit mit meiner Familie verbringen. Ich überlege noch in welche Richtung ich als unabhängiger Herausgeber gehen kann. Ich möchte mehr an Monographien arbeiten und unterschiedliche Publikationen machen, außerhalb des Paradigma von Hijacked, besonders mit neuen Fotokünstlern aus Australien. Abwarten, ob das möglich ist.

Das nächste Hijacked-Projekt ist für 2012 geplant, für gewöhnlich braucht es ungefähr zwei Jahre, Hijacked 3 - Australien & Großbritannien. Das wurde möglich durch meine Anwesenheit bei Rhubarb, dem internationalen Fotografiefestival in Birmingham. Ich habe meinen Co-Herausgeber Louise Clements, Senior Kurator vom Format-Festival Quad - Derby, dort getroffen. Das ist eine tolle Plattform für Fotografen, Kuratoren und Herausgeber.

Ich bete außerdem und versuche Stefanie Braun von der UK Photographers Gallery von einer Zusammenarbeit zu überzeugen. Manchmal kann ich extrem hartnäckig sein. Danach scheint im Moment die einzige realistische zukünfitige Kombinaton für das Hijacked-Projekt Indien zu sein. Hauptsächlich wegen meiner Freundschaft zu Kapil Das. Vielleicht auch mit Frankreich, es gab Diskussionen und Gespräche mit Charles Freger. Aber man weiß eben nie, welche Möglichkeiten vor einem liegen, welche Chancen sich in der Zukunft noch bieten.

In der nächsten Zeit gibt noch zwei weitere Book Launches Events. Eins in Köln bei Schaden und ein weiteres in New York:
Schaden.com, Cologne, Germany
Albertustraße 4, Cologne
September 25, 2010, 7 pm

Klompching Gallery & Dumbo Arts
Festival, New York, USA
111 Front Street, Brooklyn, New York
September 25, 2010, 7 pm

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OSTZEIT - Presseschau

© Werner Mahler

Mit 15.000 Besuchern war OSTZEIT – Geschichten aus einem vergangenen Land die erfolgreichste Ausstellung, die das Haus der Kulturen der Welt jemals beherbergt hat. Vor einem Monat ist sie zu Ende gegangen: Zeit für einen medialen Rückblick.

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OSTZEIT - Finissage

© Thomas Meyer

Am 13. September 2009 ging die OSTKREUZ-Ausstellung "OSTZEIT - Geschichten aus einem vergangenen Land" mit einer Podiumsdiskussion zum Thema "Das was war, war so nicht - Die Veränderung in der Wahrnehmung von DDR-Alltag im kollektiven Gedächtnis von heute" mit den Fotografen Sibylle Bergemann, Harald Hauswald und Thomas Hoepker (Magnum), dem Schriftsteller Ingo Schulze und der Moderatorin Marion Brasch zu Ende.
Die Diskussion wurde getragen von den großartigen Geschichten, die die Teilnehmer über ihre Zeit in der DDR zu berichten hatten. Hoepker war Anfang der 70er Jahre der erste westdeutsche Fotojournalist, der eine Akkreditierung für die DDR bekam. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde er von der Fotografengruppe um Sibylle Bergemann, Arno Fischer und Ute und Werner Mahler herzlich aufgenommen und schwärmt noch heute von der einzigartigen Nestwärme, die er damals erfahren durfte.

Die Diskussion hat gezeigt, dass OSTKREUZ mit seiner Fotografie eine Sonderstellung in Deutschland und in der Debatte über die ehemalige DDR einnimmt. Ohne Nostalgie und ohne sich vereinnahmen zu lassen, zeigt die Ausstellung ein ungeschöntes Bild vom Leben in der DDR. Auch im Nachhinein, jetzt da die Bilder längst zum Zeitdokument geworden sind, wehren sie sich erfolgreich dagegen, eine Ideologie zu bedienen. Sie sind immer noch das, was sie immer waren: subjektive Betrachtungen einer besonderen Zeit an einem besonderen Ort. Egal, ob aus Ost oder West, sie sprechen jeden Betrachter an, weil sie ihm immer noch etwas Neues über die ehemalige DDR erzählen können. OSTZEIT ist mit insgesamt 15.000 Besuchern die erfolgreichste Ausstellung aller Zeiten im Haus der Kulturen der Welt und auch der im Hatje Cantz Verlag erschienene Katalog ist ein großer Erfolg. OSTKREUZ möchte deshalb noch einmal allen Beteiligten für ihr Engagement danken. All images © Julian Röder/OSTKREUZ

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How To Make A Book With Steidl

© Tobias Kruse

Die Idee
Dieses Buch versucht etwas, das eigentlich unmöglich ist. Es will einen ganzen Tag im Leben einer Stadt einfangen. Das sind vierundzwanzig Stunden, die von einem Sonnenaufgang zum anderen reichen. Aber dieses Buch glaubt nicht daran, dass sich ein Tag aus Stunden oder Minuten zusammensetzt. Er besteht aus Momenten. Sie entstehen immer dort, wo sich für einen Augenblick lang zeigt, was war, was ist, was sein könnte. Wenn es gelingt, diese Augenblicke in Fotografie festzuhalten, dann lässt sich die Zeit darin aufheben. Das ist der Wunsch, der hinter diesem Buch steht. Es will die Zeit anhalten und sie zugleich bewahren. Damit wir später und für immer sagen können – so ist es gewesen, so haben wir gelebt. An einem Tag im September in Berlin.

Die Stadt
Berlin ist die Stadt der Ungleichzeitigkeit. Ihre Vergangenheit ist zerbrochen, geteilt und verheert. Ihre Gegenwart angestückt, aufgesetzt, gnadenlos. Ihre Zukunft scheint in Lücken und Brachen auf. Wie riesige Schollen werden diese Zeitalter von den Kräften der Stadt aufeinander getrieben. In einem Moment kann ein Bruch aufreißen, in dem alle miteinander sichtbar werden und sich im nächsten Moment schon wieder schließen. Das ist die Landschaft, in der die Bewohner dieser Stadt leben, arbeiten, wohnen, tanzen, scheitern, hoffen, sterben. Verbunden nur darüber, dass alles, was ihnen passiert ist, passiert, passieren könnte, hier geschieht. Alles gleichzeitig, aber jedes zu seiner Zeit. Deshalb Berlin. Es gibt keinen anderen Ort.

Die Fotografen

Nach dem Fall der Mauer haben in dieser Stadt sieben Fotografen die Agentur Ostkreuz gegründet. Es ist der Name eines Bahnhofes, von dem aus man in jede Himmelsrichtung aufbrechen kann. Für sie sollte es einen Punkt bezeichnen, von dem sie ausgehen und in dem sie sich immer wieder treffen. Neunzehn Jahre später stellt sich diese Agentur die Aufgabe, sich ihrer Heimat zu vergewissern. Dazu hat sie sechsunddreißig Fotografen versammelt. An einem Septembermorgen des Jahres 2008 sind sie hinausgegangen in die Stadt. Einige sind bestimmten Menschen gefolgt, einige an bestimmten Orten geblieben, einige haben sich treiben lassen. Jeder von ihnen hat eine eigene Linie durch Berlin gezogen. Aus diesen Linien ist am Ende ein Netz entstanden und hat eingefangen, was doch eigentlich unmöglich ist – einen Tag im Leben einer Stadt.

Marcus Jauer

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