OSTZEIT - Presseschau

© Werner Mahler

Mit 15.000 Besuchern war OSTZEIT – Geschichten aus einem vergangenen Land die erfolgreichste Ausstellung, die das Haus der Kulturen der Welt jemals beherbergt hat. Vor einem Monat ist sie zu Ende gegangen: Zeit für einen medialen Rückblick.

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OSTZEIT - Finissage

© Thomas Meyer

Am 13. September 2009 ging die OSTKREUZ-Ausstellung "OSTZEIT - Geschichten aus einem vergangenen Land" mit einer Podiumsdiskussion zum Thema "Das was war, war so nicht - Die Veränderung in der Wahrnehmung von DDR-Alltag im kollektiven Gedächtnis von heute" mit den Fotografen Sibylle Bergemann, Harald Hauswald und Thomas Hoepker (Magnum), dem Schriftsteller Ingo Schulze und der Moderatorin Marion Brasch zu Ende.
Die Diskussion wurde getragen von den großartigen Geschichten, die die Teilnehmer über ihre Zeit in der DDR zu berichten hatten. Hoepker war Anfang der 70er Jahre der erste westdeutsche Fotojournalist, der eine Akkreditierung für die DDR bekam. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde er von der Fotografengruppe um Sibylle Bergemann, Arno Fischer und Ute und Werner Mahler herzlich aufgenommen und schwärmt noch heute von der einzigartigen Nestwärme, die er damals erfahren durfte.

Die Diskussion hat gezeigt, dass OSTKREUZ mit seiner Fotografie eine Sonderstellung in Deutschland und in der Debatte über die ehemalige DDR einnimmt. Ohne Nostalgie und ohne sich vereinnahmen zu lassen, zeigt die Ausstellung ein ungeschöntes Bild vom Leben in der DDR. Auch im Nachhinein, jetzt da die Bilder längst zum Zeitdokument geworden sind, wehren sie sich erfolgreich dagegen, eine Ideologie zu bedienen. Sie sind immer noch das, was sie immer waren: subjektive Betrachtungen einer besonderen Zeit an einem besonderen Ort. Egal, ob aus Ost oder West, sie sprechen jeden Betrachter an, weil sie ihm immer noch etwas Neues über die ehemalige DDR erzählen können. OSTZEIT ist mit insgesamt 15.000 Besuchern die erfolgreichste Ausstellung aller Zeiten im Haus der Kulturen der Welt und auch der im Hatje Cantz Verlag erschienene Katalog ist ein großer Erfolg. OSTKREUZ möchte deshalb noch einmal allen Beteiligten für ihr Engagement danken. All images © Julian Röder/OSTKREUZ


How To Make A Book With Steidl

© Tobias Kruse

Die Idee
Dieses Buch versucht etwas, das eigentlich unmöglich ist. Es will einen ganzen Tag im Leben einer Stadt einfangen. Das sind vierundzwanzig Stunden, die von einem Sonnenaufgang zum anderen reichen. Aber dieses Buch glaubt nicht daran, dass sich ein Tag aus Stunden oder Minuten zusammensetzt. Er besteht aus Momenten. Sie entstehen immer dort, wo sich für einen Augenblick lang zeigt, was war, was ist, was sein könnte. Wenn es gelingt, diese Augenblicke in Fotografie festzuhalten, dann lässt sich die Zeit darin aufheben. Das ist der Wunsch, der hinter diesem Buch steht. Es will die Zeit anhalten und sie zugleich bewahren. Damit wir später und für immer sagen können – so ist es gewesen, so haben wir gelebt. An einem Tag im September in Berlin.

Die Stadt
Berlin ist die Stadt der Ungleichzeitigkeit. Ihre Vergangenheit ist zerbrochen, geteilt und verheert. Ihre Gegenwart angestückt, aufgesetzt, gnadenlos. Ihre Zukunft scheint in Lücken und Brachen auf. Wie riesige Schollen werden diese Zeitalter von den Kräften der Stadt aufeinander getrieben. In einem Moment kann ein Bruch aufreißen, in dem alle miteinander sichtbar werden und sich im nächsten Moment schon wieder schließen. Das ist die Landschaft, in der die Bewohner dieser Stadt leben, arbeiten, wohnen, tanzen, scheitern, hoffen, sterben. Verbunden nur darüber, dass alles, was ihnen passiert ist, passiert, passieren könnte, hier geschieht. Alles gleichzeitig, aber jedes zu seiner Zeit. Deshalb Berlin. Es gibt keinen anderen Ort.

Die Fotografen

Nach dem Fall der Mauer haben in dieser Stadt sieben Fotografen die Agentur Ostkreuz gegründet. Es ist der Name eines Bahnhofes, von dem aus man in jede Himmelsrichtung aufbrechen kann. Für sie sollte es einen Punkt bezeichnen, von dem sie ausgehen und in dem sie sich immer wieder treffen. Neunzehn Jahre später stellt sich diese Agentur die Aufgabe, sich ihrer Heimat zu vergewissern. Dazu hat sie sechsunddreißig Fotografen versammelt. An einem Septembermorgen des Jahres 2008 sind sie hinausgegangen in die Stadt. Einige sind bestimmten Menschen gefolgt, einige an bestimmten Orten geblieben, einige haben sich treiben lassen. Jeder von ihnen hat eine eigene Linie durch Berlin gezogen. Aus diesen Linien ist am Ende ein Netz entstanden und hat eingefangen, was doch eigentlich unmöglich ist – einen Tag im Leben einer Stadt.

Marcus Jauer


"OSTZEIT - "Geschichten aus einem vergangenen Land"

© OSTKREUZ

Seit dem 15. August präsentiert OSTKREUZ die Ausstellung "Ostzeit - Geschichten aus einem verschwundenen Land" im Haus der Kulturen der Welt in Berlin. Die Ausstellung zeigt Fotografien von Sibylle Bergemann, Harald Hauswald, Ute und Werner Mahler sowie Maurice Weiss aufgenommen vor und während des Fall der Berliner Mauer. Die Bilder öffnen ein Fenster zu ihre gemeinsamen Wurzeln und ihre individuellen Perspektiven auf Ost-Deutschland.
Bis jetzt ist die Ausstellung mit über 10.000 Besuchern in den letzten drei Wochen und zahlreichen Erwähnungen in nationalen und internationalen Medien ein großer Erfolg. Wir sind sehr dankbar für die positive Reaktionen, die uns von vielen Seiten erreichen und für die fortlaufende Diskussion über die Rolle der Fotografie in der ehemaligen DDR.
Daher wird die Ausstellung beendet durch eine Podiumsdiskussion mit Sybille Bergemann, Harald Hauswald, Thomas Hoepker (MAGNUM) und Ingo Schulze über die veränderte Wahrnehmung des Alltags in der ehemaligen DDR. Sonntag, den 13. September, um 7 Uhr. Der Eintritt ist frei. © OSTKREUZ



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